In dem Beitrag "Wie Theologinnen in Österreich von Fundamentalisten bedroht werden“ berichtet Till Schönwälder von Drohbriefen, Telefonterror und Störungen der Nachtruhe, unter denen Theologinnen...
In dem Beitrag
"Wie Theologinnen in Österreich von Fundamentalisten bedroht werden“ berichtet Till Schönwälder von Drohbriefen, Telefonterror und Störungen der Nachtruhe, unter denen Theologinnen gelitten haben. Es scheine - so der Beitrag ohne Beleg - dass dahinter fundamentalistisch-christliche Gruppierungen stünden und dass diese sich in Österreich breit machen würden.
In diesem Zusammenhang werden Pater Edmund Waldstein und auch die Hochschule Heiligenkreuz insgesamt genannt. Dabei wurde weder Pater Edmund Waldstein noch die Hochschule Heiligenkreuz, wie es journalistische Standards erfordern würden, um eine Stellungnahme gebeten.
Die Hochschule Heiligenkreuz verwehrt sich entschieden gegen Unterstellungen, wonach sie in Zusammenhang mit Gewaltaktionen stünde, die wir selbstverständlich kritisieren und verurteilen. Ein nur oberflächlicher Blick auf den Lehrkörper und die Studentenschaft in Heiligenkreuz zeigt eindeutig die Pluralität der Hochschule, die wir für sehr wichtig und bereichernd halten.
Wir bekennen uns ganz entschieden zu liberaler, offener Demokratie und Rechtsstaat und halten dieses Bekenntnis für eine unaufgebbare Voraussetzung für Forschung und Lehre an der Hochschule. Gerade in Zeiten wie den unseren ist ein engagiertes Eintreten für die Grundlagen der Demokratie dringend erforderlich. Ein offener, konstruktiver wissenschaftlicher Austausch im Gesamt der theologischen Landschaft ist für uns eine Selbstverständlichkeit.
Einige Äußerungen von Pater Edmund Waldstein werden auch in der Hochschule Heiligenkreuz kritisch gesehen. Sowohl die Stifts- wie auch die Hochschulleitung ist mit ihm darüber im Gespräch. Er selbst sieht einige seiner früheren Äußerungen zunehmend kritisch und hat diese bereits entsprechend
dem neueren kirchlichen Lehramt korrigiert. Insgesamt schätzen wir Pater Edmund Waldstein aber als einen offenen, gesprächsbereiten und toleranten Menschen. Gerade sein Engagement im Dialog mit islamischen Theologen zeichnet ihn als interessierten Gesprächspartner im interreligiösen Dialog aus. Seine Beheimatung im angloamerikanisch-universitären Milieu, das ihm viele Einladungen als Redner eingetragen hat, bringt eventuell auch Übersetzungsschwierigkeiten mit sich. Manche Begriffe haben jenseits des Atlantiks eine andere Einfärbung als bei uns.
In dem Artikel werden allerdings einige seiner Zitate instrumentalisiert, um ihn und sein Umfeld mit der Methode Kontaktschuld („guilty by association“) anzuschwärzen und in die Nähe einer angeblich einflussreichen Bewegung zu rücken. Für derartige Thesen fehlt jeder Beleg. Sätze wie „Drohungen gehörten bei den katholischen Neo-Integralisten jedenfalls zur Tagesordnung.“ sind diffamierend. Ein angeblicher direkter Kontakt Pater Edmund Waldsteins zum amerikanischen Vizepräsidenten ist eine reine Legende.
Pauschalverurteilungen und unbegründet unterstellte Zusammenhänge mit Straftaten weisen wir entschieden zurück.
Einen wissenschaftlichen Austausch über die aufgeworfenen Fragen in einem größeren Rahmen würden wir sehr begrüßen.