14. Forschungsstelle Metaphysik

Leitung:

Prof. Dr. Christoph Böhr

Dr. phil.

A.o. Professor für Philosophie, Mitglied des Instituts für Philosophie

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COLLOQUIUM METAPHYSICUM SANCRUCENSE

FORSCHUNGSSTELLE AN DER HOCHSCHULE BENEDIKT XVI. HEILIGENKREUZ

Mit großer Regelmäßigkeit, nachdrücklicher Entschlossenheit und aus unterschiedlichen Gründen wurde in den letzten Jahrzehnten von vielen Geisteswissenschaftlern das Ende der Metaphysik beschworen. Als philosophische Disziplin schien sie theoretisch auf tönernen Füßen zu stehen und praktisch ausgedient zu haben, ihr Ende eingeläutet und schließlich unwiederbringlich besiegelt. Eine Zeitenwende, die nach Auskunft ihrer Protagonisten selbstbewusst den Eintritt in eine ‚postmetaphysische‘ Epoche verhieß, wurde ausgerufen. Inzwischen steht das Ende dieses neuen ‚Zeitalters‘ der Postmetaphysik allerdings schon wieder ins Haus. Allzu offenkundig sind die Unzulänglichkeiten des mit diesem Denken verbundenen Reduktionismus. Die ‚Epoche‘ scheint zu Ende, noch bevor deren vor gar nicht allzu langer Zeit angestimmte Ouvertüre verklungen ist. Zu unabweislich und zu bedrängend ist das Bedürfnis unserer Vernunft, sich an Fragen heranzuwagen, die man vielleicht nicht mit letzter Gewissheit beantworten, aber doch auch nicht einfach abweisen kann.

Nun bedeutet die Tatsache, dass es ein unabweisliches Bedürfnis gibt, mitnichten, dass dieses Bedürfnis auch tatsächlich erfüllbar ist. Deshalb gehört es zu den vornehmsten Aufgaben der Metaphysik seit je, ihre eigenen Erkenntnisgrundlagen immer wieder neu zu überprüfen, um nicht vorschnell – und sich dabei auf Abwegen und in Sackgassen verirrend – dem Bedürfnis, so unabweisbar es auch sein mag, nachzugeben. Immanuel Kants Warnung, das spekulative Potential der menschlichen Vernunft nicht zu überdehnen, muss der Philosophie immer lebhaft vor Augen stehen. Metaphysik beinhaltet stets eine Fundamentalkritik ihrer eigenen Möglichkeiten und Grenzen. Deshalb ist ihre Krise immer auch ihre Chance – so auch heute.

Publikationen

Die Buchreihe Colloquium Metaphysicum versammelt Wortmeldungen und Beiträge zur Debatte, die auf die Grundlagen gegenwärtiger metaphysischer Reflexion und ihrer Fortentwicklung zielen. Wie kann – im Lichte unseres zeitgenössischen Denkens – Metaphysik heute gegründet werden? Auf welchen Fundamenten kann sie aufbauen? Und welche Ergebnisse können von ihr erwartet werden? Um den Versuch einer Klärung dieser Fragen – sowohl in geschichtlicher Rückschau als auch in der Auf- und Annahme neuer Herausforderungen unserer Gegenwart – wollen sich die Mitarbeiter und Autoren der Forschungsstelle Colloquium Metaphysicum Sancrucense an der Hochschule Heiligenkreuz und der von ihr betreuten Buchreihe Colloquium Metaphysicum bemühen.

Neben der Betreuung der Buchreihe, die 2022 im Verlag Springer, Wiesbaden, mit einer ersten Veröffentlichung über „Sein und Seiendes“ und die „fortdauernde Aktualität der hochmittelalterlichen Lehre von den Transzendentalien“ startet, um anschließend mit einem Band über die Frage, ob es eine der Natur innewohnende Normativität gibt, in Erscheinung zu treten, gehören zu den Aufgaben der Arbeitsstelle die Konzeption und Organisation von Konferenzen und Kolloquien zur gegenwärtigen Lage der Metaphysik und deren Perspektiven.

Termine

Einmal jährlich veranstaltet die Forschungsstelle in der Woche nach Pfingsten die Praelectio Sancrucensis in Metaphysicam zu Fragen und Aufgaben einer zeitgenössischen Metaphysik. Die Premiere dieser alljährlich wiederkehrenden Veranstaltung gestaltet am 13. Juni 2022 Professor em. Dr. Arbogast Schmitt mit einer Praelectio zum Thema “Gibt es von Gott ein Wissen?”. Sämtliche Vorlesungen werden ebenfalls in Buchform unter dem Reihentitel Praelectiones sancrucenses in metaphysicam dokumentiert.

Vom 29. September bis 1. Oktober 2022 veranstaltet die Forschungsstelle ein Symposion anlässlich des 75. Geburtstages von Rémi Brague, der als Honorarprofessor an der Hochschule Heiligenkreuz wirkt, zum Thema “Metaphysik des Christentums”.

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