In einem Bericht des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstandes werden diffuse Vorwürfe gegen Stift und Hochschule Heiligenkreuz formuliert. Die Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz und das Stift Heiligenkreuz distanzieren sich gemeinsam mit P. Dr. Edmund Waldstein OCist von jeder Form des Rechtsextremismus. Von ihrem Beginn an waren Hochschule und Stift Heiligenkreuz immer mit dem Zentrum der katholischen Kirche verbunden, was sie in der Zeit des Nationalsozialismus auf die Seite der Gegner des NS-Unrechtsregimes gebracht hat. Ein Zisterzienserpater von Heiligenkreuz wurde wegen illegaler Jugendarbeit zum Tode verurteilt, ein anderer musste wegen Kritik am Hitlerregime eine Haftstrafe im NS-Konzentrationslager Dachau durchleiden, andere Mitbrüder wurden von der Gestapo observiert. Im Geiste des Widerstandes hat die Verwaltung des Stiftes Heiligenkreuz über 40 Juden versteckt und vor der Ermordung gerettet, was durch Dankesbriefe belegt ist.
Politisch sehen sich Stift und Hochschule in der Mitte des gesellschaftlichen Spektrums. Bei der Beisetzung des verstorbenen Abtes Gregor Henckel-Donnersmarck OCist vergangenen April 2025, haben uns Kondolenzschreiben von Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundespräsident a.D. Heinz Fischer und Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner erreicht.
Dr. Edmund Waldstein, der in Moraltheologie an der Universität Wien promoviert hat, versteht den Begriff ‚Integralismus‘ von seiner lateinischen Wurzel und Bedeutung als ‚ganz‘, allumfassend, vollständig. In diesem Sinne zielt er auf eine Perspektive, die das ‚Ganze‘ in Blick nimmt: das Ganze der Heiligen Schrift, das Ganze der katholischen Lehre, das Ganze des Menschen mit all seinen Fragen und Problemen. Er lehnt auch jegliche Form des politischen Integralismus ab, in der der Staat der Kirche unterworfen wird, oder die Kirche dem Staat. Er bekennt sich vorbehaltlos zur aktuellen Soziallehre der Kirche (einschließlich der lehramtlichen Verurteilung der Todesstrafe) mit ihrer Betonung auf die unverlierbare Würde des Menschen von seinem Beginn bis zu seinem natürlichen Ende.
Gemeinsam mit der katholischen Kirche erheben wir Protest gegen jede gewaltsame Verletzung der Menschenrechte und gegen jede Unterdrückung aufgrund von Religion, Weltanschauung oder politischen Ansichten, insbesondere gegen die Instrumentalisierung der Todesstrafe durch ein staatliches Unrechtsregime. Mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil bekennen wir uns zum wohlwollenden Dialog mit anderen Religionen, insbesondere auch mit dem Islam. Mit diesen Ausführungen wissen wir uns mit allen Menschen guten Willens verbunden und verpflichtet zum Dialog des Friedens.
Abt Dr. Maximilian Heim OCist, Abt des Stiftes Heiligenkreuz und Großkanzler der Phil.-Theol. Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz
Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Klausnitzer, Rektor der Phil.-Theol. Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz
P. Dr. Edmund Waldstein OCist