20. Mai 2019: P. Johannes Nebel über Leo Scheffczyk

Am Montag, 20. Mai 2019 um 19.15 Uhr wird unsere „Vortragsreihe 7über7″ mit dem letzten Vortrag in diesem Semester abgeschlossen. P. Johannes Nebel referiert über: „Eucharistie und Materie. Leo Scheffczyks Theologie der eucharistischen Wandlung im Lichte einiger Aspekte der neueren Diskussion.“

„Aus säkularem Blickwinkel kann man die christliche Botschaft solange bequem tolerieren, wie ihre Kernwahrheiten – z.B. Menschwerdung, Erlösungstod, Auferstehung und Himmelfahrt Christi – unausgesprochen und unterschwellig für ’nicht ganz wirklich‘ gehalten werden: Überwiegt die Empfindung bloßer ‚Ideen‘, kann man das Christliche recht friedlich in moderne Meinungsvielfalt untermischen. Was aber nur gedankliche Anregung ist, hat keine missionarische Kraft. Das macht klar: Um die ‚Wirklichkeit‘ müssen wir im gläubigen Denken ringen, nur dann wird Neuevangelisierung „Salz der Erde“ (Mt 5,13)!
Dieser Vortrag geht vom Denken des großen oberschlesischen Dogmatikers und Kardinals Leo Scheffczyk (1920-2005) aus, dessen Nachlass der Referent in Bregenz verwaltet. Der Bezug zur Wirklichkeitsfrage wird erschlossen anhand der eucharistischen Wandlung, die Scheffczyk in einem brillanten frühen Aufsatz mit der „materiellen Welt“ konfrontierte. Leider sind seine Gedanken in den folgenden Jahrzehnten – bis heute – praktisch vergessen worden. Dagegen hat ein von Bernhard Welte (1906-1983) angestoßenes, von der Philosophie Heideggers mitgeprägtes Eucharistieverständnis in moderner Theologie einen Siegeszug angetreten. Spannend ist, wie der nunmehrige Passauer Bischof Stefan Oster in seiner Habilitationsschrift Erträge dieser Grundrichtung – von Gadamer herkommend – in großer Zusammenschau differenziert mit Thomas von Aquin konfrontiert. Wieweit wird das bei Scheffczyk Aufzeigbare darin eingeholt?“

Der Vortrag ist wie immer im Anschluss an die Montagsmesse um 18 Uhr, beginnt um 19.15 Uhr und findet im Bernhardinum statt.

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