19. März 2018: Rückblick auf die Tagung „Erlösung oder Selbsterlösung“

Erlösung oder Selbsterlösung ? – Die Antwort des christlichen Glaubens auf Gnosis und Esoterik.

Unter diesem Titel fand an der Philosphisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. in Heiligenkreuz von 16. Bis 17. März eine offene Tagung statt, bei der als Referenten neben dem Rektor P. Dr. Karl Wallner auch Prof. Dr. Hansjörg Rigger aus Brixen, Prof. Dr. Peter Bruns aus Bamberg Prof. P. Dr. Bernhard Vosicky OCist und Prof. P. Dr. Wolfgang Buchmüller OCist aus Heiligenkreuz, sowie Dr. phil. Viki Ranff aus Trier und Prof. Dr. Helmut Zander aus Fribourg geladen waren. Weiters wurde der Beitrag von Prof. DDr. Markus Enders, der aus persönlichen Gründen verhindert war, verlesen. Einen kleinen Einblick zum Weg in die und aus der Esoterik bot der Direktor des Überdiözesanen Priesterseminars Leopoldinum, Mag. Martin Leitner.

Karl Wallner eröffnete den Themenreigen nach einem Eingangsreferat von Abtpräses Dr. Maximilian Heim OCist. Wallners Ansatz war die Darlegung des christlichen Erlösungsglaubens anhand des Akronyms ICHTYS“, Prof. Rigger wählte für seinen Vortrag den provokanten Titel „Salvator Mundi oder Salvator Salvandus?“ und bot eine Vielzahl gnostischer Schriten, denen er die Aussagen der Bibel gegenüberstellte.

Der Freitagabend wurde mit einem geistlichen Impuls von Prof. P. Dr. Bernhard Vosicky OCist zum Thema „Nur die Liebe heilt“ und mit der gemeinsamen Betrachtung des Kreuzweges abgeschlossen.

Nach einer Analyse des Kontrastes oder der Konvergenz östlicher Meditationspraktiken und christlicher Kontemplation durch Prof. Buchmüller OCist ließ Dr. Viki Ranff das Licht auf die Kirchenlehrerin Hildegard von Bingen fallen und erbrachte den Nachweis, dass Hildegard strikt zwischen Theologie und „Kräuterwissen“ trennte und somit nicht als Esoterikerin im eigentlichen Sinne bezeichnet werden kann.

Prof. Dr. Zander führte in die Geschichte der Anthroposophie unter dem Blickwinkel von „Gnade und Selbsterlösung“ ein und zeigte auf, dass es sich im Bereich Esoterik und New Age nicht um eine homogene Gruppe, sondern immer um Einzelindividuen und deren persönlichen Zugang handele.

Den Abschluss des Themenreigens bildete der Vortrag von Kardinal Paul Josef Cordes, Rom mit dem Titel „New Age – eine modische Heilslehre, theologisch inspiziert“,

Kardinal Cordes wies auf die kirchlichen Dokumente in Zusammenhang mit Esoterik und New Age hin, zählte die verschiedenen – auch im Programm kirchlicher Bildungshäuser angebotenen – esoterischen Praktiken und Erscheinungsformen auf und zeigte den Widerspruch zum Erlösunswerk Christi auf. Nicht unerwähnt blieb, dass im New Age all jene Theorien wieder zu finden seien, welche von den Religionen, insbesondere der katholischen Glaubenslehre, über die Jahrhunderte abgelehnt und verurteilt wurden. Kardinal Cordes schloss seinen Beitrag mit der bemerkenswerten Aussage: „Gottes Leben in drei Personen ist totale Bejahung. Wer wollte sie mit dem,Nirwana tauschen?“ (ML)

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